Skip to content

Schleswig-Holsteinische Seemannsschule

Historie - Seemännische Berufsschule und maritimes Dienstleistungszentrum PDF Drucken
Beitragsseiten
Historie
Geschichte der Schule
Die Jungens dieser Schule
50er Jahre
Vor der ersten Anmusterung
Selbstständigkeit erlernen
Entwicklung und Ausbau
Seemännische Berufsschule und maritimes Dienstleistungszentrum
Mitte der achtziger Jahre
40jähriges Jubiläum 1992
Viele Partner gewonnen
Alle Seiten


Ein wichtiger Schritt in der seemännischen Berufsausbildung wurde 1975 getan, als die seit 1956 gültige Eignungsverordnung durch die Matrosen-Ausbildungsordnung abgelöst wurde. Mit dieser Angleichung an das allgemein geltende Berufsbildungsrecht in der Bundesrepublik Deutschland konnte erstmals von einer geregelten Berufsausbildung in der Seefahrt gesprochen werden. In der Vorbereitung der Matrosen-Ausbildungsordnung wurden der Ausbildungsrahmenplan für die betriebliche Ausbildung auf dem Seeschiff und der Rahmenplan der seemännischen Berufsschulen aufeinander abgestimmt.

 

Die neue Ausbildungsregelung sorgte für einen Innovationsschub in der Seemannsschule auf dem Priwall. Dafür sorgte auch die 1978 in Kraft gesetzte Schiffsbetriebsmeister- Verordnung mit der Zielsetzung einer Qualifikation für den Gesamtschiffsbetrieb. Gleichzeitig erhielten die Lehrgangsteilnehmer eine umfangreiche Ausbildung in Berufs- und Arbeitspädagogik, um als anerkannte Ausbilder an Bord tätig werden zu können. 1982 nahm die Schleswig-Holsteinische Seemannsschule erstmalig die Schiffsbetriebsmeisterlehrgänge in ihr Programm auf. Mit Inkrafttreten der Schiffsmechaniker- Ausbildungsverordnung 1983 wurden vom Verordnungsgeber die Voraussetzungen für eine qualifizierte und zukunftsorientierte Berufsausbildung im Gesamtschiffsbetrieb geschaffen. Gleichzeitig haben Matrosen und Maschinenfacharbeiter die Möglichkeit, über einen Ergänzungslehrgang den Schiffsmechanikerbrief zu erwerben.

Die o. g. Rechtsgrundlagen für die Berufsausbildung und Fortbildung in der Seefahrt stellten hohe Anforderungen an die Lehrkräfte, die bisher überwiegend Fertigkeiten vermittelt hatten, wie z. B. im 3-monatigen Lehrgang für Decksjungen. Jetzt mussten verbindlich Kenntnisse vermittelt werden, die abgestimmt auf die praktische Bordausbildung den theoretischen Überbau schaffen sollten. Ohne die positive Einstellung der Lehrkräfte, sich in die Kenntnisvermittlung einzuarbeiten, wären die schulischen Ziele der Seemannsschule nicht erreicht worden. Bei Neueinstellungen wurden Bewerber angenommen, die neben dem technischen oder nautischen Patent auch eine Ausbildung zum Berufsschullehrer vorweisen konnten. Somit glich sich der Schulbetrieb personell den neuen Erfordernissen an.

Die rasante Zunahme in der Erwachsenenbildung durch Schiffsbetriebsmeister- und Ergänzungslehrgänge erforderte im Internatsbereich Vergrößerungen und Komfort. 1983 konnte ein Anbau mit 16 Zimmern für 32 Lehrgangsteilnehmer in Betrieb genommen werden, 1984 erfolgte die Gesamtrenovierung des alten Internats, sodass ab 1985 110 Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer in neuen bzw. renovierten Gebäuden wohnen konnten. Für ein ausgewogenes Freizeitangebot konnte mit Hilfe der Initiative des 1977 gegründeten Fördervereins, der Lehrkräfte, Reedereien und anderer maritimer Unternehmen gesorgt werden. Mit Sach- und Geldspenden konnten auch Investitionen im schnelllebigen EDV-Bereich realisiert werden.

Die ständig wachsende Zahl von Berufsschülern Mitte der siebziger Jahre erforderte den Neubau einer großen Ausbildungshalle, in der Werkstätten für die Grundbildung der Metallbearbeitung sowie Unterrichtsräume vorhanden sind. 1978 wurde die erste Ausbaustufe dieser Halle errichtet und in den folgenden Jahren immer wieder erweitert.

Heute besteht ein Ausbildungszentrum, in dem der theoretische und praktische Unterricht gut abgestimmt werden kann.