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Schleswig-Holsteinische Seemannsschule

Historie - Entwicklung und Ausbau PDF Drucken
Beitragsseiten
Historie
Geschichte der Schule
Die Jungens dieser Schule
50er Jahre
Vor der ersten Anmusterung
Selbstständigkeit erlernen
Entwicklung und Ausbau
Seemännische Berufsschule und maritimes Dienstleistungszentrum
Mitte der achtziger Jahre
40jähriges Jubiläum 1992
Viele Partner gewonnen
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1972 übernahm das Land Schleswig-Holstein die alleinige Trägerschaft der Schule, die vorher in vielen Händen lag. Das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr übernahm die Fachaufsicht und die positive Entwicklung von Lehrgangsangeboten, Ausbau und Modernisierung der Einrichtungen im Schul- und Internatsbereich nahm ihren Lauf. Schon Ende der sechziger Jahre kam als Novum für die Schifffahrt die Ausbildung zum Bootsmann hinzu. Befahrene Matrosen konnten sich in Theorie und Praxis weiterqualifizieren, um an Bord als Bindeglied zwischen Schiffsleitung und Mannschaft zu fungieren. Es folgten die Umschulungskurse zum Deckschlosser, denn das herkömmliche

 

Arbeitsmaterial der Matrosen wie Persenning, Holzlukendeckel, Holzdecks und Manilatauwerk wurde immer mehr von der Technik verdrängt. An Deck hielten Hydraulikpumpen, MacGregor Luken, automatische Winden und Kunststoffleinen ihren Einzug. Immer häufiger musste das Maschinenpersonal aushelfen, wenn

an Deck Wartungsarbeiten erledigt werden mussten. Mit den Umschulungskursen zum Decksschlosser und zur integrierten Besatzung, die sowohl an Deck als auch in der Maschine fahren konnte, entstand der Vorläufer zur späteren Schiffsmechaniker- Ausbildung. 1972 endeten die 3-monatigen Lehrgänge für Decksjungen, der Unterricht während der 3-jährigen Ausbildungszeit wurde auf 10 Wochen pro Ausbildungsjahr erweitert. Am Ende des letzten Schulzeitblockes wurde die Matrosenprüfung abgenommen.

Den wachsenden Anforderungen der Aus- und Fortbildung entsprechend wurden die Werkstätten, Hafenanlagen, Bootsaussetzvorrichtungen, das Internat und die Freizeiteinrichtungen ausgebaut. Dabei beruhten die in der deutschen Schifffahrt zweifellos objektiv anerkannten guten Leistungen der Schule nicht allein auf der finanziellen Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein. Die Flexibilität, der Einsatz und das hohe Berufsinteresse der Lehrkräfte, gepaart mit den guten Kontakten der jeweiligen Schulleiter zu Werften, Reedereien und maritimen Institutionen halfen das gute Ausbildungspotenzial zu schaffen. Die Schule lebte von der Eigeninitiative der Schulleiter, Lehrkräfte und Lehrgangsteilnehmer.
Dadurch wurden dem Schulträger nicht nur viele Ausgaben erspart, es wurde gleichzeitig auch praxisbezogene Ausbildungsarbeit geleistet, stellte Minister Dr. Westphal zum 25-jährigen Jubiläum 1977 im Rahmen seiner Festansprache fest. Dieser Geist der Eigeninitiative und der ständigen guten Kontakte zur maritimen Wirtschaft zieht sich wie ein roter Faden durch die Entwicklungsgeschichte der Schule, er ist bis heute erhalten geblieben.