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Schleswig-Holsteinische Seemannsschule

Historie - Selbstständigkeit erlernen PDF Drucken
Beitragsseiten
Historie
Geschichte der Schule
Die Jungens dieser Schule
50er Jahre
Vor der ersten Anmusterung
Selbstständigkeit erlernen
Entwicklung und Ausbau
Seemännische Berufsschule und maritimes Dienstleistungszentrum
Mitte der achtziger Jahre
40jähriges Jubiläum 1992
Viele Partner gewonnen
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Mit dem Eintritt in die Seemannsschule und in das Bordleben war es mit der ständigen elterlichen Fürsorge vorbei. Die im Durchschnitt 17-jährigen Jungen mussten von heute auf morgen ihren Alltag selbst regeln, d. h. Toiletten putzen, Knöpfe annähen, Geschirr spülen, Ordnung im Spind halten und die Kleidung waschen.
Der 3-monatige Lehrgang umfasste 19 Unterrichtsfächer, von Segelnähen und Unfallverhütung bis zur Zeugwäsche. Der Arbeits- und Unterrichtstag begann um 6 Uhr morgens, er endete um 21.30 Uhr mit „Licht aus, Ruhe im Schiff“. Am Ende fand eine Abschlussprüfung statt, über die ein Zeugnis ausgestellt wurde. Ab 1956 nahm die See-Berufsgenossenschaft die Prüfung zum Rettungsbootmann ab. Es war ein beachtliches Pensum, das die jungen Männer absolvieren mussten. Dabei stand nicht nur das Fachwissen im Vordergrund. Die durchweg berufs- und lebenserfahrenen Fachlehrer förderten auch die Charakterbildung, vermittelten allgemeine Wertvorstellungen und versuchten eine innere Bindung zum Seemannsberuf herzustellen. Unvergessen ist für die Travemünder und Lübecker Bevölkerung der schmucke dunkelblaue Internatsanzug mit dem hellblauen Ärmelband Priwall, der beim Landgang getragen wurde. Diese Uniformierung gab den jungen Männern Selbstvertrauen und Haltung und sorgte somit auch für einwandfreies Benehmen, Eigenschaften, die von zukünftigen Schiffsoffizieren und Kapitänen verlangt wurden.

 

Ausstellung „Jugend Dein Beruf“
1959/60 in der Holstenhalle

Die Entwicklung der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule aus den Anfängen der Nachkriegszeit bis in das

Informations- und Kommunikationszeitalter ging einher mit der Neugestaltung der Berufsausbildung in der Seeschifffahrt. Als 1956 die Eignungsverordnung in Kraft trat, die u. a. die Ausbildung und Prüfung zum Matrosen regelte, wurden Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Matrosenprüfung angeboten. Hinzu kamen die Lehrgänge zum Rettungsboot- und Feuerschutzmann. Somit hatte die Schule als zweites Standbein die Fortbildung befahrener Seeleute in ihr Programm aufgenommen.